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Neues Projekt: „Jugendhilfe vor Ort in pädiatrischen Praxen“ (kurz: Beratung VorOrt)

Im Sommer 2017 startete ein neues Projekt, das das Kinderschutz-Zentrum Dortmund gemeinsam mit der Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen“ des Jugendamtes und dem Gesundheitsamt Dortmund ins Leben gerufen hat. Dabei bieten zwei pädagogische Fachkräfte des Kinderschutz-Zentrums in vier Dortmunder Stadtteilen Beratungen in Praxisräumen der beteiligten KinderärztInnen an.

Die Zahl der Kinder in Deutschland, die sich in prekären Lebensumständen befinden, nimmt stetig zu. Schwierige Lebensbedingungen der Familien aufgrund von Armut, Arbeitslosigkeit, Migration und Flucht, aber auch aufgrund von Trennung/Scheidung, psychischer Erkrankung eines Elternteils oder Suchterkrankungen erschweren es den Kindern, gesund und unbelastet aufzuwachsen. Das Risiko von Entwicklungsauffälligkeiten der Kinder steigt hierdurch deutlich. Durch einen niederschwelligen Zugang zur Jugendhilfe, den das Projekt ermöglichen soll, könnten hier Familien frühzeitig eine Unterstützung erfahren.

Beteiligte Kinderarztpraxen:

Die Mitarbeiterinnen beraten die Familien direkt vor Ort in der Praxis in wöchentlich festen Sprechstunden; es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Familien im Rahmen von Hausbesuchen weitere Beratungsunterstützung anzubieten. Bei entsprechendem Bedarf werden Familien auch an weitere soziale Einrichtungen im jeweiligen Stadtgebiet weitergeleitet bzw. in einem gemeinsamen Termin dorthin begleitet. So können KinderärztInnen sensibel mögliche Bedarfe ihrer Patientinnen und Patienten erkennen und unmittelbar Hilfe und Unterstützung „aus einer Hand“ anbieten.

Das vorrangige Ziel des Projekts ist es, durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen, psychosoziale Belastungen von Kindern und ihren Familien frühzeitig zu erkennen, um so die Familien rechtzeitig mit entsprechenden Hilfsangeboten zu versorgen.

Um die Kommunikation zwischen den Systemen der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens zu verbessern bzw. neu aufzubauen, sind während des Projektverlaufes regelmäßige Treffen der beteiligten ÄrztInnen und Leitungen der Jugendhilfedienste mit den Mitarbeiterinnen des Kinderschutz-Zentrums und der Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen“ geplant. Dabei sollen die Beratungs- und Kooperationsprozesse reflektiert und u.U. modifiziert werden, sodass das gegenseitige Verständnis der Hilfesysteme weiterentwickelt und die Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten gesteigert werden kann.

Das Projekt wird in 3 Stadtteilen durch den europäischen Sozialfond (ESF) und durch das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS NRW) gefördert. In einem Stadtteil beteiligt sich die Stadt Dortmund an der Finanzierung. Das Projekt läuft zunächst bis Ende 2018.

Für die Evaluation des Projektes konnte Frau Prof. Dr. Silvia Denner von der Fachhochschule Dortmund gewonnen werden.