Helfen Sie helfen!

Unterstützen Sie unsere
Arbeit mit Ihrer Spende!
Hier erfahren Sie mehr

 

(0231) 20 64 580
Gutenbergstraße 24
44139 Dortmund

 

>> Flyer "Mobile Sprechstunde"

Wie gehen die Schulen damit um? 3 Kurz-Interviews

Mobile Sprechstunde für Kids

Kinder und Jugendliche, die körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben, haben oft eines gemeinsam: Sie stehen stark unter Druck, aber vertrauen sich keinem Menschen an.

Statt dessen ziehen sie sich mehr und mehr zurück. Immer häufiger fällt Lehrern und Betreuern dann diese Veränderung auf.

Daher bieten wir Kindern und Jugendlichen mobile und schnelle Hilfe an.

Schnell und sicher

Unsere mobile Sprechstunde kommt in eine sichere Umgebung – die Freizeitstätte, die Schule oder an einen anderen vertrauten Ort. 

Es gibt keine festen Zeiten, statt dessen steht die Expertin auf Anfrage als Gesprächspartnerin zur Verfügung.

Manchmal vermittelt ein Lehrer des Vertrauens den Kontakt; oft ist es aber auch der Schüler oder die Schülerin selbst, die sich an uns wenden.

Die Kinder und Jugendlichen können sich darauf verlassen, dass wir nicht sofort zu den Eltern gehen oder den Lehrer über Gesprächsinhalte informieren.

Ein Anruf genügt, alles bleibt vertraulich!

Info unter Tel: (0231) 20 64 580.

 

3 Kurz-Interviews zum Angebot
„Mobile Sprechstunde“ 

- Angela Nelde, Lehrerin

- Yvette Schiffel, Schulsozialarbeiterin

- Doris Wyzujak, Schulsozialarbeiterin

 

Angela Nelde – Lehrerin an einer Förderschule für Sprache in Dortmund

1. Wie sehen Ihre Arbeitsschwerpunkte als Lehrerin aus und an welchen Stellen kommen Sie mit dem Thema Gewalt gegenüber Kindern (oder dem Verdacht) in Berührung?

Als Lehrerin einer Förderschule Sprache in der Sekundarstufe I  begegne ich Gewalt in vielfältiger Form. Bei häuslicher Gewalt ist es oft sehr schwierig, geeignete Hilfe zu finden, gerade, wenn man sich nicht so sicher ist, wie die Eltern reagieren, wenn die Probleme offengelegt werden. In erster Linie arbeite ich mit dem Kind, um herauszufinden wie hoch der Leidensdruck ist  oder wie stark die Ängste vor der Gewalt zu Hause ausgeprägt sind. Wird körperliche Gewalt festgestellt, die das Kindeswohl akut gefährden, informieren wir das Jugendamt. In denen weniger eindeutigen Fällen mit vielschichtigen Problemen (verbale Gewalt, Vernachlässigung, suizidale Tendenzen …) versuchen wir durch Elternberatung, aber auch Gespräche mit dem Kind, zu helfen.

 

2. Wann entscheiden Sie, die Mobile Sprechstunde des Kinderschutz-Zentrums hinzuzuziehen?

In den oben genannten, „weniger eindeutigen“ Fällen mit problematischen Hintergründen hole ich mir gerne Rat und Hilfe durch das Kinderschutz-Zentrum. Da wir an der Schule über keine Sozialarbeiter verfügen, die kurzfristig intervenieren können, ist uns dieses Angebot überaus wichtig. Kurzfristig jemanden für die Kinder in die Schule bitten zu können, ist eine enorme Hilfestellung.

 

3. Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Angebot der Mobilen Sprechstunde gemacht?
Was ist aus Ihrer Sicht hilfreich? Was erleichtert den Zugang? Was würden Sie sich darüber hinaus noch wünschen?

Ich habe in den letzten Jahren mehrfach das Angebot der mobilen Hilfestellung in Anspruch genommen und dadurch viel Entlastung erfahren. Es waren durchweg schwierige Fälle, oft Schüler mit suizidalen Gedanken, psychischen Belastungen, Ängsten und massiven Problemen im Elternhaus. In allen Fällen haben sich die Schüler/innen mir anvertraut, aber mit dem Hinweis, es nicht gleich den Eltern oder ggf. dem Jugendamt zu sagen. Der Kompromiss, eine Beratung außerhalb der Schule hinzuziehen, mit der dann weitere Entscheidungsmöglichkeiten und Hilfen besprochen werden, die zunächst völlig vertraulich ablaufen, hat sich als „goldene Brücke“ für alle weiter folgenden Schritte dargestellt.

 

4. Wie erleben die hilfesuchenden Mädchen und Jungen das Angebot? Welche Rückmeldungen bekommen Sie?

Die Schülerinnen und Schüler erleben es sehr positiv, dass jemand sich für sie Zeit nimmt, sie mit ihren Sorgen ernst und wichtig nimmt, sich aber auch aktiv und spürbar für sie einsetzt.

Es bietet ihnen viel Rückhalt, dass sie bei Bedarf einen neuen Termin für die Beratung bekommen oder sich selbst für ein Gespräch im Kinderschutz-Zentrum melden können. Viele Schüler haben es auch genutzt, nach Beendigung der Schule den Kontakt aufrecht zu erhalten und über Fort- oder Rückschritte berichten zu können. Die Schule hört auf, aber wichtige Menschen stehen einem noch zu Seite.

Bei allen Beratern und Beraterinnen, mit denen ich gearbeitet habe, gaben mir die Schüler positives Feedback. Alle fassten sehr schnell Vertrauen und benötigten meine Anwesenheit nur für den Erstkontakt. Danach wurde ich zur Beratung nur dann dazu gebeten, wenn es wegen der nötigen Absprachen Sinn machte oder gewünscht wurde.

 

5. Wie erleben die Eltern aus Ihrer Sicht die Einbeziehung des Kinderschutz-Zentrums?

Viele Eltern erleben jedes „Einmischen“ fremder Personen in die privaten Belange als Übergriff oder Bedrohung. Gerade bei Gewalt in den Familien ist der Zugang zu den Eltern, und ihr Vertrauen zu gewinnen, sehr schwierig. Dass es sich nicht um das Jugendamt handelt, sondern um Berater, ist dabei hilfreich. Dennoch dauert es einige Zeit, bis eine gute Zusammenarbeit möglich wird. Handelt es sich um Probleme, mit denen die Eltern auch nicht mehr klar kommen, und direkt Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten angeboten werden, spüren auch die Eltern eine deutliche Entlastung und reagieren positiv.

 

6. Wie schätzen Sie es ein, wenn Sie bei einem ersten Kontakt mit dem Kind oder Jugendlichen mit einem Kollegen des Kinderschutz-Zentrums anwesend sind?

Ich wurde immer darum gebeten, beim Erstkontakt dabei zu sein. Für die Schüler war es wichtig, dass eine vertraute Person dabei ist, bevor sie sich auch allein den Beratern öffnen konnten. Viele fanden es auch sehr hilfreich, dass ich die Situation und Probleme zuerst geschildert habe, was sie sich sprachlich und psychisch nicht gleich zugetraut hätten.

Wichtig war auch das Gefühl, einen Rückzieher machen zu dürfen, wenn man sich in der Situation nicht wohlfühlt. Für diesen Fall wäre ich da gewesen, um sie unterstützen. Jedoch war es bisher nie der Fall, dass eine Beratung nicht angenommen wurde.

 

7. Was ist aus Ihrer Sicht der geeignete Ort für ein erstes Kennenlernen des hilfesuchenden Jungen oder Mädchens mit einem Kollegen des Kinderschutz-Zentrums?

Hier ist ein geschützter und vertrauter Raum in der Schule ideal. Die Schüler kennen es, vertrauliche Gespräche mit den Lehrern zu führen, und empfinden es meist nicht als bedrohlich, sondern als einen Schonraum, den sie nutzen können, um sich mitzuteilen. Viel ungewöhnlicher und bedrohlicher wäre es, in eine Institution zu fahren, die unbekannt ist. Logistisch und gesetzlich wäre es uns Lehrern auch nicht möglich, die Schüler dorthin zu befördern.

Da wir einen großen Einzugsbereich haben und einige Schüler mit dem Schülerspezialverkehr gebracht werden, sind ihnen weder Örtlichkeiten vertraut, noch stehen ihnen die Möglichkeiten zum Besuch zur Verfügung. Spätere Verabredungen im Kinderschutz-Zentrum stellen für die ortsansässigen Schüler kein Problem dar, aber gerade Erstkontakte sollten im vertrauten Rahmen stattfinden.

 

8. Was ist für die Kinder und Jugendlichen, die in schwierigen Lebenssituationen und evtl. von Gewalt betroffen sind, aus Ihrer Sicht wichtig, um Hilfe von außen - z.B. durch das Kinderschutz-Zentrum - annehmen zu können? Was macht es den Eltern leichter, Unterstützung anzunehmen?

Es erscheint mir sehr wichtig, dass die Hilfe zeitnah für sie da ist. Die Schüler erleben es als große Hilfe, dass sich jemand unmittelbar um sie kümmert. Die Wartezeit für dringende Termine war selten länger als zwei Tage, was meines Erachtens sehr entscheidend ist.

Für die Eltern ist es entscheidend, nicht wie in einer Behörde abgehandelt zu werden, sondern eine erweiterte Beratung zu erfahren, die mögliche Schritte, Maßnahmen und Perspektiven kompetent aufzeigt. „Einfach“ Informationen (z.B. Erklärungen von Abläufen oder Adressen von Beratungsstellen, Therapeuten) zu bekommen oder Unterstützung bei  Behördenkontakten und Besuchen zu erhalten, ist sehr hilfreich. Auch die Art und Weise, vorurteilsfrei und ohne Drohgebärden zu beraten, ist sehr wichtig. Die ernste, am Kind orientierte und kompetente Beratung ist ein Schlüssel, um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen, damit sie sich mit ihren Problemen öffnen können.

Zum Kopf der Seite

 

 

Yvette Schiffel, Schulsozialarbeiterin an der Hauptschule Dortmund-Kley

1. Wie sehen Ihre Arbeitsschwerpunkte als Schulsozialarbeiterin im Bereich Schule aus und an welchen Stellen kommen Sie mit dem Thema Gewalt gegenüber Kindern (oder dem Verdacht) in Berührung?

Meine Angebote an der Hauptschule Dortmund-Kley:

Soziales Lernen in den Jahrgängen 5 – 8, bei Bedarf auch in den Jahrgängen 8 – 10;
Aufarbeitung von Konflikten im Klassenrat; Beratung und Begleitung von SchülerInnen mit schulischen, familiären und anderen Problemen; Nachmittagsangebote; Kooperation mit anderen Institutionen; Mitarbeit im Trainingsraum; Mitglied der Teilkonferenzen

 

Wann komme ich mit dem Thema Gewalt gegenüber Kindern in Berührung:

Größtenteils kommen von Gewalt bedrohte oder betroffene Kinder in meine Beratung bzw. werde ich von Freunden und Mitschülern darüber informiert. Auch einem Mitglied des Trainingsraumteams werden schwierige häusliche Zustände deutlich, wenn Kinder massive Angst davor haben, dass die Eltern informiert bzw. zu einem Gespräch in die Schule eingeladen werden müssen.

 

2. Wann entscheiden Sie, die Mobile Sprechstunde des Kinderschutz-Zentrums hinzuzuziehen?

Wenn ich das Gefühl habe, die Kinder können mir aus Angst, dass ihr Problem von der „Schule“ an die Eltern weitergegeben wird, nicht alles erzählen.
Wenn ich mir für die Kinder einen zweiten Ansprechpartner wünsche, der auch zum Beispiel in den Ferien ansprechbar ist.
Wenn ich mir nicht sicher wäre, ob eine Kindswohlgefährdung vorliegt.

 

3. Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Angebot der Mobilen Sprechstunde gemacht? Was ist aus Ihrer Sicht hilfreich? Was erleichtert den Zugang? Was würden Sie sich darüber hinaus noch wünschen?

Bei Anfrage stets sehr freundlicher telefonischer Kontakt mit schneller Terminvereinbarung. Die mobile Sprechstunde ist immer verlässlich und es herrscht ein sehr guter Zugang zu den Schülern.

 

4. Wie erleben die hilfesuchenden Mädchen und Jungen das Angebot? Welche Rückmeldungen bekommen Sie?

Die Schüler nehmen das Angebot sehr gut an, freuen sich, dass sie ihre Sorgen loswerden können. Größtenteils wünschen sie einen weiteren Gesprächstermin.

 

5. Wie erleben die Eltern aus Ihrer Sicht die Einbeziehung des Kinderschutz-Zentrums?

Keine Erfahrung.

 

6. Wie schätzen Sie es ein, wenn Sie bei einem ersten Kontakt mit dem Kind oder Jugendlichen mit einem Kollegen des Kinderschutz-Zentrums anwesend sind? 

Wenn das Kind es wünscht, bin ich gerne beim Erstgespräch dabei. Wenn nicht, ist das auch vollkommen in Ordnung.

 

7. Was ist aus Ihrer Sicht der geeignete Ort für ein erstes Kennenlernen des hilfesuchenden Jungen oder Mädchens mit einem Kollegen des Kinderschutz-Zentrums?

Auch hier entscheidet das Kind, ob es lieber in der Schule bleiben will oder ob es mit mir zum Kinderschutz-Zentrum fahren möchte.

 

8. Was ist für die Kinder und Jugendlichen, die in schwierigen Lebenssituationen und evtl. von Gewalt betroffen sind, aus Ihrer Sicht wichtig, um Hilfe von außen - z.B. durch das Kinderschutz-Zentrum - annehmen zu können? Was macht es den Eltern leichter, Unterstützung anzunehmen?

Die Zusicherung der Schweigepflicht, ein geschützter Raum und genügend Zeit. Außerdem muss das Vertrauensverhältnis geschützt werden, indem z.B. den Kindern Entscheidungen nicht einfach abgenommen werden, sondern gemeinsam mit ihnen nach Lösungen für ihre Probleme gesucht wird.

Zum Kopf der Seite

 

 

Doris Wyzujak, Schulsozialarbeiterin an der Wilhelm-Röntgen-Realschule, Dortmund

 

1. Wie sehen Ihre Arbeitsschwerpunkte als Schulsozialarbeiterin im Bereich Schule aus und an welchen Stellen kommen Sie mit dem Thema Gewalt gegenüber Kindern (oder dem Verdacht) in Berührung?

Wenn Kollegen oder Schüler uns ansprechen oder wenn die Gewalt bereits sichtbar ist.

 

2. Wann entscheiden Sie, die Mobile Sprechstunde des Kinderschutz-Zentrums hinzuzuziehen?

Wenn die Schüler sich uns gegenüber nicht öffnen wollen und sich lieber einer Person anvertrauen, die sie nicht kennen.

 

3. Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Angebot der Mobilen Sprechstunde gemacht? Was ist aus Ihrer Sicht hilfreich? Was erleichtert den Zugang? Was würden Sie sich darüber hinaus noch wünschen?

Eine gute Zusammenarbeit, große Diskretion und gegenseitiges Vertrauen, einfach gesagt: eine große Verlässlichkeit.

 

4. Wie erleben die hilfesuchenden Mädchen und Jungen das Angebot? Welche Rückmeldungen bekommen Sie?

Die Schüler haben großes Vertrauen zu der helfenden Person.

 

5. Wie erleben die copy watches uk Eltern aus Ihrer Sicht die Einbeziehung des Kinderschutz-Zentrums?

Meistens sind die Eltern nicht mit einbezogen worden.

 

6. Wie schätzen Sie es ein, wenn Sie bei einem ersten Kontakt mit dem Kind oder Jugendlichen mit einem Kollegen des Kinderschutz-Zentrums anwesend sind?

Die Kollegen und Kolleginnen des Kinderschutz-Zentrums waren fast immer alleine mit unseren Schülern.

 

7. Was ist aus Ihrer Sicht der geeignete Ort für ein erstes Kennenlernen des hilfesuchenden Jungen oder Mädchens mit einem Kollegen des Kinderschutz-Zentrums?

Hier in der Schule, denn hier kennen sie sich aus und fühlen sich geborgen.

 

8. Was ist für die Kinder und Jugendlichen, die in schwierigen Lebenssituationen und evtl. von Gewalt betroffen sind, aus Ihrer Sicht wichtig, um Hilfe von außen - z.B. durch das Kinderschutz-Zentrum - annehmen zu können? Was macht es den Eltern leichter, Unterstützung anzunehmen?

Wenn gar nichts anderes mehr geht, das heißt, wenn sie nicht mehr weiter wissen.

Zum Kopf der Seite